Uri Avnery
Biographie:Uri Avnery, geb. 10.9.1923 in Beckum in Westfalen (als Helmut Ostermann), kam 1933 nach Palästina, wo er von 1938-1942 Mitglied der Untergrundbewegung Irgun war und 1948 am Unabhängigkeitskrieg teilnahm und verwundet wurde. 1953 erhielt er, in Anerkennung seines Anteils an der Verhinderung der Vertreibung des arabischen Dorfes Abu-Ghosh bei Jerusalem die Ehrenbürgerschaft dieses Ortes. Zwischen 1965 und 1981 war er 10 Jahre hindurch Mitglied der Knesset, Herausgeber des Nachrichtenmagazins „Haolam Haseh“, 1975 Gründungsmitglied des Israelischen Rates für Israelisch-Palästinensischen Frieden und 1993 des Israelischen Friedensblocks „Gush Shalom“. 1982 schloss er in Beirut Bekanntschaft mit dem PLO-Führer Yassir Arafat. Er verfasste zahlreiche Bücher und erhielt eine Reihe von Auszeichnungen u.a. 1997 den Aachener Friedenspreis und 1998 den Kreisky-Preis für Verdienste um die Menschenrechte und 2001 mit seiner Frau Rahel und „Gush Shalom“ den Alternativen Nobelpreis („Right Livelihood Award“). Als betonter Vertreter der Trennung von Staat und Religion widersetzt er sich dem orthodoxen Einfluss auf die Politik in Israel. Er propagiert ein "Israel ohne Zionismus", um dem Staat die Vergangenheit, die sich auf den Friedensprozess erschwerend auswirkt, zu nehmen. Am 13.9. begab er sich als „menschlicher Schutzschild“ zum belagerten palästinensischen Präsidentensitz in Ramallah. Mit ihm wollten 30 Friedensaktivisten nach eigener Aussage die „Absichten von Premier Sharon durchkreuzen“ und versuchten die von ihnen befürchtete „Ermordung Arafats, ausgeführt von Soldaten unter dem Befehl der israelischen Regierung“ zu verhindern. Zahlreiche Bücher Avnerys erschienen in mehreren Sprachen: Der Terrorismus, die Kinderkrankheit der Hebräischen Revolution, 1945 (hebräisch). In den Feldern der Philister, Kriegstagebuch, 1949 (hebräisch, spanisch, jiddisch; Bestseller, 12 Auflagen). Die Kehrseite der Medaille, Kriegserinnerungen, 1950 (hebräisch; das Buch wurde wegen der Beschreibung von Gräueltaten boykottiert). Das Hakenkreuz, 1961 (hebräisch, Analyse des Aufstiegs des Nationalsozialismus in Deutschland, zum Anlass des Eichmannprozesses). Israel ohne Zionisten, 1968 (englisch, hebräisch, deutsch, französisch, italienisch, dänisch, holländisch, spanisch; Geschichte des israelisch-arabischen Konfliktes, Plädoyer für eine arabisch-israelische Staatengemeinschaft). Mein Freund, der Feind, 1988 (englisch, hebräisch, französisch, deutsch, italienisch; persönliche Aussage über die Kontakte mit der PLO. Vorwort von Bruno Kreisky). Lenin wohnt hier nicht mehr, 1991 (hebräisch; politischer Reisebericht über die ehemalige Sowietunion, DDR, Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei, mit Fotos von Rachel Avnery). Wir tragen das Nessosgewand, 1991 (deutsch; Israel nach dem Golfkrieg). Zwei Völker, Zwei Staaten, 1995 (deutsch; Gespräche mit Uri Avnery; Vorwort von Rudolf Augstein). Die Jerusalem-Frage, 1996, (deutsch; Uri Avnery und Azmi Bischara im Gespräch mit 11 israelischen und palästinensischen Persönlichkeiten). Bei Kitab:Von Gaza bis Beirut
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