Renoldner Andreas: Die Verrichtung
Ohne Abb.Ein biochemischer Roman
 
Art.Nr.:20
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Beziehungen werden bildlich radikal als Besitzverhältnis erzählt. Die "Partnerinnen" der Ich-Erzählerin dienen als Lieferanten für Lebensenergie, was zuletzt auch sehr direkt - körperlich umgesetzt wird. Zwischen den emotional berührenden und gelieb-ten Stars und den "echten" Menschen ist kein Unterschied. Ist eine Beziehung ver-braucht, folgt die nächste und löscht die vorhergegangene Beziehung aus. Die Indi-viduen, von der Biochemie gesteuert, versuchen vergeblich, andere emotional wahr-zunehmen und somit ihm/ihr nahe zu kommen.
Die Ich-Erzählerin lebt in der Vorstellung, wegen der Erderwärmung und dem Loch in der Ozonschicht würden in der verschmutzten Luft giftige Substanzen entstehen. Deshalb kann sie nicht aus dem Haus gehen und muss sich von ihrer Freundin Silvie erhalten lassen. Amelie taucht auf, als sich Silvie ausgenutzt vorkommt. Sie soll ver-mutlich die materielle Versorgung der Ich-Erzählerin sicher stellen. Als Silvie Ver-dacht schöpft, verwendet die Erzählerin Amelie dazu, Silvie zu ermorden. Dazu setzt sie die Frauen unter Drogen, Silvie wird zerteilt und eingefroren. Schon vorher aber ist klar: Nachdem Silvie beseitigt ist und sich herausstellt, dass Amelie keinen Job hat, um beide zu erhalten, sucht sich die Hauptperson sofort eine Neue auf. Es ist klar, dass die Hauptperson mit der neuen Freundin auch Amelie ermorden wird.
 
Andreas Renoldner, geb. 1957 in Linz, absolvierte eine Gastgewerbeschule, arbei-tete als Koch, war Pächter einer Betriebskantine und lebt als freier Schriftsteller in Wien. Er schrieb mehr als zehn Romane und Hörspiele. 2001 wurde er mit dem Kul-turpreis des Landes Oberösterreich ausgezeichnet.
 
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