Akhanli Doghan: Die Richter des jüngsten Gerichts

Akhanli Doghan: Die Richter des jüngsten GerichtsRoman. Aus dem Türkischen übersetzt von Hülya Engin
 
Art.Nr.:219
Lieferzeit:

 
inkl. MwSt (10%)

In den Warenkorb

Dogan Akhanli knüpft an die von E. Hilsenrath für das Erzählen über den Genozid eingeführten Verfahren an und entwickelt sie entsprechend seinen literarischen Bedürfnissen weiter. Ein „Zeitreisender", der weise Ümit Bey aus Izmir, steht im Zentrum. Zu den Zeitsprüngen kommen verschiedene Identitätswechsel: Ümit erlebt sich zeitweise als Armenier und Angehöriger der Opfer. Solche gegen den main stream offiziellen türkischen Selbstverständnisses gezeichneten und daher verwirrenden Perspektivenwechsel und Metamorphosen entsprechen der Aussage seiner Trilogie „Die verschwundenen Meere" („Kayip Denizler"), die der Generation des Autors zugefügten Leiden in den größeren Kontext einer seit langem andauernden, weil unbewältigten Gewalt zu stellen. Zugleich fordern Ümit Beys Identitätswechsel, aber auch die Schicksalsläufe einiger armenischer Protagonisten das Selbstverständnis einer Gesellschaft heraus, die sich nie in vollem Umfang ihrer nationalen Vergangenheit und noch nicht allzu weit entfernten Präsenz der Opfer bewusst werden konnte.