Pahor Boris: Piazza Oberdan. Vom Leben der slowenischen Minderheit in Triest, übers. a. d. Slowenischen von Reginald Vospernik

Pahor Boris: Piazza Oberdan. Vom Leben der slowenischen Minderheit in Triest, übers. a. d. Slowenischen von Reginald Vospernik
 
Art.Nr.:17
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Boris Pahor erzählt anhand der Geschichte des Platzes, der von den Italienern nach Guilielmo Oberdank benannt und von den Österreichern nach einem Attentatsplan gegen Kaiser Franz Joseph gehängt wurde, die Geschichte der Slowenen in Triest. In der k.u.k.-Zeit lebten Slowenen, Italiener und deutschsprachige Österreicher hier im wesentlichen friedlich zusammen. Nach dem Anschluss der weltoffenen Stadt, die einer Vielfalt von Kulturen offen gegenüberstand, machte sich hier der Faschismus schon vor der Machtübernahme in Italien bemerkbar. Die Niederbrennung des slowenischen Kulturhauses blieb bis heute ungesühnt. Immer wieder dient die einst polyglotte Stadt, die im Einvernehmen mit dem slowenischen Hinterland auf dem Karst lebte, den Aufmärschen postfaschistischer Gruppen, Bersaglieri usw.; die slowenische Identität ist auf den ersten Blick nicht mehr zu spüren. Pahors Bestreben geht dahin, die Vielfalt der Kulturen in der Hafenstadt auch für die Zukunft in einem vereinten  Europa zu erhalten.

 

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Boris Pahor, geb. 1913 in Triest.  Nach dem Anschluss Triests an Italien erlebte der hier 1913 geborene Slowene Pahor 1920 die faschistischen Unterdrückung der Minderheit. Nach der slowenischen Grundschule war ihm der Gebrauch der Muttersprache unter Mussolini verboten. Er besuchte das Gymnasium in Koper, wo er zwei Jahre Theologie studierte. 1940 wurde er zum italienischen Militär eingezogen und nach Libyen geschickt. Später arbeitete er als Dolmetscher für gefangene jugoslawische Offiziere am Gardasee. Nach dem Zusammenbruch des faschistischen Italien schloss er sich 1943 der slowenischen Volksbefreiungsbewegung an; am 21.1.1944 wurde er verhaftet und ins KZ gebracht. Bis Kriegsende durchlebte er vier deutsche Konzentrationslager, darunter Dachau; er verarbeitete in Novellen die KZ-Traumata, aus denen 1967 sein preisgekrönter Roman "Nekropolis" entstand. Nach der Freilassung studierte er in Padua. Von 1953 bis 1975 unterrichtete er an einem Gymnasium in Triest. 1955 veröffentlichte er den Roman "Villa am See" (frz. 1998),1958 den autobiographischen Roman "Kampf mit dem Frühling" (deutsch 1997), der sich mit den KZ-Erlebnissen auseinandersetzte und 2004 bei Kitab den Novellenband „Blumen für einen Aussätzigen“.

Bücher in Deutsch:

Kampf mit dem Frühling, Stuttgart, Klett-Cotta 1997

Nekropolis, Berlin, Berliner Taschenbuch-Verlag 2001

Blumen für einen Aussätzigen, Kitab, Klagenfurt 2004

Die Stadt in der Bucht, Roman, Kitab, Klagenfurt 2005