Achmadow Musa: Und die Kerze brannte im Wind

Achmadow Musa: Und die Kerze brannte im WindErzählungen und Novellen aus Tschetschenien übersetzt aus dem Russischen von Marianne Herold und Ruslan Bazgiew ISBN 978-3-902585-84-4 Broschiert, Format 20 x 13,5cm, 208 Seiten
 
Art.Nr.:91
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Musa Achmadow lässt in seinen Erzählungen und Novellen Kultur, Geschichte und Gegenwart Tschetscheniens lebendig werden. Ungebrochene Widerstandskraft und das Bestreben, in Freiheit, Würde und gegenseitiger Achtung zu leben, prägen Denken und Handeln seiner Figuren. Obwohl auch politische und gesellschaftliche Brüche und Krieg thematisiert werden, ist der Grundton stets versöhnlich, gekennzeichnet von menschlicher Wärme, Güte und Poesie. Um die Gegensätze von Gut und Böse, Recht und Unrecht aufzuzeigen, greift Achmadow oft auf Motive zurück, die im Volksglauben verwurzelt sind. Wie in Gotthelfs Schwarzer Spinne spitzt sich in Zerstöre keinen Ameisenhaufen das Geschehen im Zeichen unheimlicher Naturgewalten zu. Im Märchen von den drei Brüdern trauert eine alternde, vereinsamte Frau um ihre im Zweiten Weltkrieg gefallenen Brüder. Der kaukasische Märchendämon, ein menschenfressender Drache, ist bis heute Sinnbild für Krieg und dessen Opfer. Licht, im wörtlichen und übertragenen Sinn, ist das Leitmotiv aller Erzählungen. Sonne, Mond, Blitz oder Kerzenschein akzentuieren Momente der Handlung und Emotionen der Figuren. Und die Kerze brannte im Wind klingt zuversichtlich aus, mit dem Wunsch, „inmitten der Trümmer, Explosionen und verrohten Menschen eine Friedensinsel zu schaffen.“  

 

 

 

Musa Achmadow wurde am 28. Januar 1956 im Exil in Kirgisien geboren.

1979 Studienabschluss an der Philologischen Fakultät der Universität Grosny.

Bis zum Ausbruch des Zweiten Tschetschenien-Krieges im Jahr 1999 war er als Lehrer, Redaktor von Literatur-Journalen, Dramaturg, Leiter der Pädagogischen Abteilung des Kulturministeriums und Dozent an der Universität Grosny tätig.

Von 2000-2002 arbeitete er als Ethnopsychologe für Médecins du Monde-France in Inguschetien. Seit 2004 ist er Chefredaktor des Literatur-Journals Wajnach in Grosny.

Achmadow schreibt in tschetschenischer Sprache: Erzählungen, Novellen, Romane, Gedichte und Theaterstücke. Verfasst hat er auch Lehrmittel zu tschetschenischer Kultur und Ethik für Grund- und Hochschule. Er ist Träger mehrerer Literaturpreise.