Cumali Necati: Sechs Erzählungen

Cumali Necati: Sechs ErzählungenGedichte, aus d. Türkischen v. Hülya Engin
 
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Necati Cumali (1921-2001) war einer der vielseitigsten Vertreter der modernen türkischen Literatur. Er wurde in Urla bei Izmir geboren; nach dem Studium der Rechte in Ankara praktizierte er Jahre hindurch als Jurist. Er debütierte als Lyriker. Unter den Vertretern der neueren türkischen Lyrik erwarb er sich einen festen Platz. „Vom Weizen lernte ich das Dichten“, heißt es in einem seiner Gedichte. Er veröffentlichte auch Erzählungen und Romane, in denen die Kleinstadt, das Meer, der Himmel, Liebe, Sehnsucht, Einsamkeit und Alltag die Hauptrollen spielen. Während seiner Tätigkeit als Rechtsanwalt lernt er auch das Leben der ägäischen Bauern kennen. Cumali ist ein Flaneur zwischen den Welten – in der Großstadt und der Provinz, in der Heimat und im Ausland (langjährige Aufenthalte in Paris und Israel) gleichermaßen zu Hause und heimatlos. Die Kleinstadt ist für Cumali die Siedlungsform, „die die Türkei am besten widerspiegelt. Nicht die Stadt, nicht das Dorf. Eine Mischung aus beidem.“ Die vorliegenden sechs – erstaunlich zeitlosen – Erzählungen sind den Bänden Yalniz Kadin (Alleinstehende Frau), 1955 und Ay Büyürken Uyuyamam (Bei zunehmendem Mond kann ich nicht schlafen), 1969, entnommen. Sie bieten Einblicke in das Leben in der Provinz. Es geht idyllisch und spießig, eng und freizügig, gesellig und einsam, prüde und überraschend zu. Das Aufeinanderprallen vom großstädtischem und dörflichem Leben wird in präzise beobachteten Momentaufnahmen wiedergegeben. In „Der Mann aus Akhisar“ unterhalten sich auf einer Zugfahrt ein älterer Hodscha, ein Student aus Ankara und ein einfacher Mann aus dem Dorf. Großspurig erzählt der junge Mann den Mitreisenden, wie er seine Frau durch drei Kinder an Haus und Hof gebunden und sich selbst für sexuelle Eskapaden frei gemacht hat: eine aufschlussreiche Unterhaltung zwischen dem städtischen Studenten, dem undogmatischem Geistlichen und einem in Bezug auf sein Liebesleben offenherzigen „Dörfler“. Weitere Erzählungen: Ceylan Agidi (Das Schreien der Gazelle), Bozkirda Bir Atli (Reiter in der Steppe, 1981) und Aci Tutun (Bitterer Tabak 1974). Für den Roman Yagmurlu Deniz (Regensee) erhielt er den Preis der Gesellschaft für Sprache und Geschichte). Seine Gesammelten Theaterstücke erschienen in drei Bänden.