Rebula Alojz: Nokturno für das Küstenland

Rebula Alojz: Nokturno für das KüstenlandRoman. A. d. Slowenischen v. Vinko Ošlak, lektoriert von Oliver Tim Wüster
 
Art.Nr.:139
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1941 wurde Slowenien nach der deutschen Okkupation von Hitler und Mussolini aufgeteilt; das „Küstenland“ (Primorska) mit dem Isonzotal gehörte seit 1919 zu Italien.In dieser Zeit handelt die Geschichte des für die Religion und das slowenische Volk begeisterten jungen Priesters Florian, der in die Wirren der Zeit verwickelt wurde und manche Illusionen durch den unglaublichen Druck der faschistischen Behörden im Küstenland gegen die Sprache und Kultur der dort ansässigen Slowenen schrittweise ablegen musste. Er riskierte wegen seiner Treue zu seinem bedrohten Volk durch die Italiener die Verbannung. Sein Versuch, den kommunistisch gelenkten Aufstand mit seinem Priesterberuf in Einklang zu bringen und schließlich die offene Auseinandersetzung mit der wachsenden Macht der Partisanen wurden ihm zum Verhängnis. Der Roman „Nokturno za Primorsko“ (2004), der dem Leser einen Einblick in das Schicksal der drei Völker und der zwei mächtigen Ideologien (des Katholizismus und des Kommunismus) und in die totalitären Systeme (des Faschismus, des Nationalsozialismus und des Kommunismus), vermittelt, wurde 2004 mit dem höchsten slowenischen Preis für einen Roman („Kresnikpreis”) ausgezeichnet.

Rebula *21.7.1924 in St. Polai (Šempolaj/San Pelagio) bei Triest, Schriftsteller, Übersetzer ins Italienische, aus dem Lateinischen und Griechischen. Gymnasium in Görz und Udine, Studium der klassischen Philologie in Ljubljana (Laibach), 1960 Doktorat in Rom über slowenische Übersetzungen von Dantes „Göttlicher Komödie“. Er war Lehrer für Latein und Griechisch am slowenischen Lyzeum „France Prešeren” in Triest und Mitredakteur bei den Triestiner slowenischen Literaturzeitschriften „Sidro”, „Tokovi” und „Most” sowie der Kärntner slowenischen Zeitschrift „Celovški Zvon” und deren Nachfolgerzeitschrift „Zvon”, in der er sein Tagebuch veröffentlichte. Nach dem Studium fand er den Weg zum katholischen Glauben und ist bis heute als Denker, Autorund Vortragender in Triest, in Slowenien und in Kärnten tätig. Sein Denken wurzelt im Werk des französischen Philosophen Jacques Maritain, den er in zwei Büchern präsentierte. Politisch engagierte er sich besonders im Fall Kocbek, als er 1975 mit seinem Triestiner Kollegen Boris Pahor das „Himmelblaue Büchlein” über und mit Edvard Kocbek in Triest herausgab, was in Laibach einen heftigen politischen Wirbel auslöste. – Für sein dichterisches Werk bekam er den höchsten Nationalpreis für Kunst „Prešernova nagrada” und für den Roman Nokturno za Primorsko („Nokturno für das Küstenland“) den höchsten Prosapreis „Kresnik” (2005). Rebula ist Mitglied der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und der schönen Künste und der Päpstlichen Akademie in Rom. Bis zur Pensionierung lebte er mit seiner Frau Zora Tavcar (selbst Schriftstellerin und Übersetzerin) und seiner Tochtern Alenka (ebenso Schriftstellerin) in Opicina/Opcine über Triest, seither in Loka pri Zidanem mostu in Slowenien.