Madritsch Marin Florica: Monolog der kranken Puppen

Madritsch Marin Florica: Monolog der kranken PuppenGedichte
 
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Die Theateranziehungskraft fühlt man in ihren zyklischen Gedichten, die eine dramatische Struktur haben.

Ein kontinuierlicher Fluss von Gedanken bringt Gefühle ans Licht, die unter dem Einfluss

der Psyche eine Marionette auf dem Seil des Schicksals darstellen.

Die Maske des intimen Lebens fällt, enthüllt eine Person, die allein auf der Bühne steht und nach der Antwort auf  viel zu viele Fragen der ständig zum Tod gerichteten tragischen Existenz sucht.

Unsere Welt ist eine Puppenwelt.

Die Puppen schreien.

Wir sind einfache Requisiteure des eigenen Geschreis.

 

Florica Madritsch Marin, geboren 1951 in Braila, Rumänien, lebt seit 1992 in

Österreich.

Ihre Passion gehört seit Jugend an immer schon dem Theater.

Nach der Matura studierte sie Theater-Regie in Bukarest und machte dort eigene Inszenierungen bei der freien Theatergruppe: „Primavara“.

Sie hat drei deutsche Lyrikbände veröffentlicht: „Leda“ im Sisyphus Verlag, Klagenfurt

1999, „Farbe des Mohns“ 2000 und „Nocturne“ 2003 in der Edition Doppelpunkt, Wien. „Nocturne“ wurde ins Französische, Holländische und Italienische übersetzt.

Neun Lyrikbände in rumänischer Sprache.

Übersetzertätigkeit ins Rumänische: Thomas Bernhard, Friedericke Mayröcker und Peter Turrini. Ins Deutsche übersetzte sie Marian Draghici, Wieser Verlag, 2004 und Nichita Stanescu, Sisyphus Verlag, 2002, für den sie den Übersetzerpreis des rumänischen Schriftstellerverbandes 2002 erhielt. Sie ist Mitglied der Grazer Autorenversammlung und lebt in Wien.

 

Ich werde zehn Tabletten schlucken,

die ganze Nacht werde ich bei offenem Fenster warten,

in Nässe und Kälte werde ich frieren,

mein Atem ein gelöschtes Feuer

am frühen Morgen,

ja, ich werde zehn Tabletten schlucken,

von der Kälte durchdrungen,

um meinen Schmerz blindlings zu ertragen

werde ich ins Dunkel schauen,

an die Selbstmörder denken, die aus dem Fenster springen,

nicht um zu sterben, sondern um

jenen hohen Flug zu spüren

bis in den sternbesäten Himmel;

dort werde ich ein neues Haus bauen,

ein großes und helles Haus,

ganz im Grünen mit einem Gemüsegarten,

darüber der Mond steht wie der Kamm eines Blechhahns,

an den krampfhaft der Wind seine Zunge schlägt;

in der blauen Tiefe, irgendwo, wird ein Stern

zittern