Hüttenegger Bernhard: Der Ursprung der Welt

Hüttenegger Bernhard: Der Ursprung der Welt
 
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Hüttenegger reflektiert das Dasein des Schriftstellers und den Prozess des Schreibens. In „Der Einzelne“ zeigt er anhand von Stifters „Hagestolz“ oder „Waldgänger“ die Einsamkeit des schöpferischen Menschen und seine Stellung zu Liebe und Erotik. Auch Rousseaus Widerspruch zwischen seiner Auffassung vom „Gutsein“ des Menschen und seiner Flucht in die Isolation wird reflektiert. Hierher gehört auch D. H. Lawrence „Der Inselmann“. Ernst Jüngers „Der Waldgang“ setzt sich ebenfalls mit dieser Frage auseinander. „Man denkt an die Verbannten auf Island, die in die „Missetäter-Wüste“ geschickt wurden. Aber vom Verbrecher unterscheidet sich der Waldgänger, weil er sich einer Sittlichkeit verpflichtet fühlt, die in seinem Inneren lebendig ist. Er findet das Rechte in sich. Das In-die-Wüste-Geschicktwerden leitet über zum „Sündenbock“-Mecha-nismus. Dieser aufoktroyierten Spielregel kommt der Waldgänger zuvor, indem er von sich aus die Konsequenzen zieht, bevor der Ausgrenzungsmechanismus wirksam wird. Die Variante des Waldgangs ist die Robinsonade, für Jünger „ein Quell der Gesundheit und männlichen Kraft“. Die Insel empfiehlt er als einen Ort „für Freunde von großer und selbstherrlicher Einsamkeit“. Aber: „Mit den Inseln ist immer Gefahr verbunden, und indem wir den Fuß auf sie setzen, tun wir den Schritt in die Anarchie. Die Insel ist anarchischer Grund, und des Menschen, der auf ihr landet, bemächtigt sich ein frühes Gefühl der Herrschaft, der ersten Landnahme …“ In der Insel erkennt der Nisomane (d. i. der Inselsüchtige): „Die Insel ist ein Modell zur Verwirklichung gleichviel welcher Charaktere.“ Jeder Inselmann ist zugleich Inselherr.

Bei Kitab erschienen:

Wer seinen Sohn liebt. Erzählung, 2002

Insel aller Inseln, 2004

Weg von allem. Reisen und Schreiben, 2006

Quasi una fantasia. Gedichte u. ein erotisches Kammerspiel, 2006

Rockall. Roman, 2006

Buch des Schweigens, 2007

Alphabet der Einsamkeit, 2008

Der Glaskäfig, 2009

 

Bernhard Hüttenegger, geboren 1948 in Rottenmann (Steiermark), erlebte seine literarischen Anfänge in Graz im Kreis des Forums Stadtpark. Er schreibt Hörspiele, Romane, Erzählungen, Essays und Feuilletons und lebt  in Wien und Kärnten.