beigesellt - fernwesend. Beiträge zu Josef Winkler und seinen Werken.

beigesellt - fernwesend. Beiträge zu Josef Winkler und seinen Werken.Kacianka Reinhard (Hg.)
 
Art.Nr.:173
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Die Textsammlung enthält die Dimension der "Wegbegleiter", die Josef Winkler "begesellt" sind/waren. Sie sollen den Werdegang des Schriftstellers und das Werden des Menschen aus sehr persönlicher Sicht darstellen. Dazu gehören: Alois Brandstetter, ein 'Geburtshelfer', Bernard Banoun, 'der Übersetzer', Antonio Fian, ein 'Schriftstellerkollege', Hans-Ulrich Müller-Schwefe, der 'Lektor'. Ein unveröffentlichter Brief von Martin Walser dokumentiert Winklers schriftstellerische Anfänge.
Die Dimension der "Transposition", der Ortsveränderung, soll an den Reiseromanen aufgezeigt werden. Franz Haas erörtert das 'transrealistische', römische Moment im Werk von Josef Winkler und Christiane Zintzen exemplifiziert es am Beispiel von Natura morta.
Zum Herausgeber: Reinhard Kacianka, geb. 1957 ist Assistent am Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft der Universität Klagenfurt. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Gegenwartsliteratur und Semiotik.
 

Anyone looking for a general history of the Assyrian Church of the East in English has had to be content to piece together such books as W. A. Wigram, The Assyrian Church (1910), Samuel Moffett, A History of Christianity in Asia (vol. 1, 1992), and A. Vine, The Nestorian Churches (1937). They are all useful, but they are naturally quite disparate in their age, treatment of sources and level of scholarship. Winkler and Baum have now offered a through-composed history in one volume, covering the Church of the East from the beginnings right down to the end of the twentieth century.

The strength of Winkler and Baur's book lies chiefly in the remarkable amount of information it manages to squeeze into its short length—and indeed it is much more dense reading than any of the books mentioned at the beginning of this review. Readers will be most astonished, perhaps, at the accumulation of inscriptional and other evidence from Central Asia, India and China that has come to light in recent years to suggest the extent of the church in the Middle Ages. …

It is easy to point out shortcomings in a book intended to be, as its subtitle says, concise. It is, however, a valuable contribution, full of information, and … it ought at least to have a place on all reading lists.

J.F.Coakley in: Hugoye 7, 2004


Eine Art Festschrift zum ‚Fünfziger’ des Autors, also eher eine Zwischenbilanz, die in ihrer Vielgestaltigkeit vorerst einen guten Einblick in den Literaturbetrieb als solchen, besonders in die Tätigkeit eines Lektors, ein es Übersetzers, aber nicht zuletzt auch in die ‚Schreibwerkstatt’ des Autors gewährt. Der Kärntner Bauernsohn Josef Winkler wird von einer Zahl so namhafter zeitgenössischer Autoren wie Günter Grass, Ilse Aichinger, Martin Walser oder Alois Brandstetter wegen seiner sprachgewaltigen Prosa geschätzt. …In den zwanzig Beiträgen entsteht über den als schwierig eingestuften Autor bei allem Lobpreis ein recht ambivalentes Bild.

Gert Janusch in: Bücherbord, 29. Jg., 2004.49f


Der Band vereinigt die Beiträge eines Symposiums zu Leben und Werk von Josef Winkler, dessen Teilnehmer einerseits Wegbegleiter Winklers sind oder waren, die - "beigesellt" - seinen Werdegang aus persönlicher Sicht darstellen: die Schriftstellerkollegen Alois Brandstetter und Antonio Fian, der Übersetzer Bernard Banoun und der Lektor im Suhrkamp Verlag, Hans-Ulrich Müller-Schwefe. Ein weiterer Aspekt gilt - "fernwesend" - den Reiseberichten Winklers ("Domra", "Natura morta"). Darüber hinaus kommen neben einer Analyse von Winklers Bibliothek (Wilhelm Baum) SchülerInnen eines Gymnasiums zu Wort. Die in der Literaturwissenschaft bislang eher unübliche Einbeziehung jugendlicher LeserInnen macht denn auch vielleicht den größten Reiz dieses schmalen Bandes aus. Unter dem Titel "Was Josef Winkler für mich bedeutet" (S. 90) schreibt Malgorzata Kaczmarek: "Es ist eine Herausforderung für jeden Autor, die Umgebung so gut zu beschreiben, dass Bilder in den Köpfen der Leser entstehen, doch bei Josef Winkler entstand bei mir ein Picasso im Kopf - keine Ahnung, wo oben oder unten ist, lauter bunte Flecken und kein Schimmer, was es darstellen soll." (S. 90) Neben einer solchen kreativen Unmittelbarkeit - und sei sie auch ex negativo - muss jede noch so wissenschaftlich oder persönlich fundierte Ehrung des Autors verblassen. (…)

Ein faksimilierter Brief Martin Walsers an Winkler aus dem Jahr 1978 - "Also auf jeden Fall gehöre ich zu ihrem Gefolge" (S. 6) - steckt die Reichweite Winklers als Autor von europäischem Rang ab. Die Beiträge der "Beigesellten" verhehlen denn auch nicht Stolz und Freude, einem Autor von solchem Format nahe zu sein.( …)

Alois Brandstetter schildert sehr persönlich seine Begegnungen und die Zusammenarbeit mit Winkler bei der Herausgabe der Zeitschrift "Schreibarbeiten", der Winkler-Leser Antonio Fian ("Erwarten Sie also von mir, der selbst Schriftsteller ist und von Textanalyse einen Dreck versteht, nicht das Unmögliche." (S. 34), Kärntner wie dieser, der Winkler aber erst in Paris kennenlernte (auch hier wieder die das Symposium bestimmende Spannweite Provinz - Weltbürgertum, Nähe - Ferne) stellt neben Persönlich-Anekdotischem seine Winkler-Rezeption und sein Kärnten-Bild vor. Müller-Schwefe plaudert aus der Werkstatt des Lektors und gibt, ausgehend von der Frage Fiktion versus Wirklichkeit, Einblicke in die Entstehung von "Domra", zitiert aus Stellungnahmen und Briefen, die von einem intensiven Arbeitsbündnis zwischen Autor und Lektor zeugen.

Franz Haas, der Winkler einige Male auf seinen Streifzügen begleitet hat, liefert eine Italien-Reise durch die Bücher Winklers, teilt ortskundig mit, dass es jenen von Winkler in "Natura morta" beschriebenen Markt nicht mehr gibt, wodurch Winklers Novelle nun im Nachhinein auch zu einem zeitgeschichtlichen Dokument geworden ist.

Um Text versus Wirklichkeit geht es auch dem Winkler-Übersetzer ins Französische, Bernard Banoun. Anhand von Begriffen aus den Körperwelten - Knochen, Fleisch - den Gebrauch der Tempora, Bewegung und Starre etc. analysiert er Winklers Sprache, seine Liebe für das Oxymoron, und macht die Herausforderung anschaulich, Winklers aus einzelnen Bildern und Sätzen geformte Texte, die dann erst nebeneinander gesetzt werden, in eine andere Sprache zu übertragen. Fast hat man den Eindruck, dass kein anderer der Beiträger so tief in Winklers Texte eindringen konnte wie sein Übersetzer.

In Wilhelm Baums detaillierter Beschreibung von Winklers Bibliothek, von der dieser etwa 600 Bände einem Gymnasium geschenkt hat, erfahren wir von Winklers Lektürevorlieben - in dieser bibliothekarischen Form eine etwas ungewöhnliche Information über einen noch so jungen Autor. Das Ranking sieht folgendermaßen aus: etwa die Hälfte des Bestandes zählt zur deutschsprachigen Literatur, dem Kafka-Schwerpunkt folgt Peter Handke, danach Thomas Bernhard, Antonio Fian und Gert Jonke. Nur wenige Werke von Goethe und Schiller sind vorhanden, Böll und Grass fehlen völlig, Oscar Wilde führt zahlenmäßig die englischsprachigen Autoren an, zu Pier Paolo Pasolini gibt es auch Sekundärliteratur, Sachbücher zu Tod, Kirchenkritik und Sexualität (Autoren und Titel werden angeführt) zeugen von Winkler-Leser nicht überraschenden spezifischen Interessen.

(…) Auf die Inhalte dieses Bandes wird in Zukunft wohl häufig zurückgegriffen werden, wenn es gilt, Josef Winkler und seinem Werk näher zu kommen.

Ulrike Diethardt. In: Literaturhaus.at