Obernosterer Engelbert: Der Kampf mit dem Engel

Obernosterer Engelbert: Der Kampf mit dem Engel
 
Art.Nr.:246
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Meine Versuche, einiges von dem, was mich in der Hand hat, meinerseits festzuhalten, gleichen Jakobs nächtlichem Kampf mit dem Engel. Manchmal meine ich, etwas in den Griff zu bekommen und es auf den Zeilenboden niederzwingen zu können. Am Ende fahren die Hände aber wieder ins Leere und ich habe nichts in der Hand als eine Feder: eine Schreibfeder.“
 
Konkret handelt es sich bei dieser Sammlung von kleineren und größeren Prosastücken um den existentiellen Kampf des Individuums gegen die übergeordneten Strukturen, wobei der Stoff vorwiegend aus der beobachtbaren ländlichen und kleinstädtischen Umgebung des Autors und seiner Lebensgeschichte entnommen ist. Die prägenden Faktoren der Erziehung und Menschenformung, größtenteils an sich selbst beobachtet und studiert, ist die wichtigste Achse, um die die bohrende Neugierde kreist. Mit Händen und Füßen wehrt sich der Autor gegen diverse ihm ins Genick greifende Instanzen wie Gewohnheiten, Öffentlichkeit, Staat, Gesetz, Gott, Sprache et cetera, gespenstische Antipoden, die ihm bisweilen die Luft abschnüren. Das Schreiben gibt sich also nicht damit zufrieden, die sattsam bekannten äußeren Erscheinungen eines Provinznestes zu erfassen, sondern zeigt das durch Wiederholung stumpf Gewordene aus einem anderen Blickwinkel.
 
„Früher oder später gerät jeder mit seinem Denken in Bereiche hinaus, in denen die Begriffe nicht mehr greifen und nur noch Bilder aufflackern, Ansätze zu Mythen, vage Ahnungen. Hier, am Ende der Welt, habe ich die erschütterndsten Momente meines Daseins erlebt, hierher zieht es mich schreibend immer wieder zurück, von hier aus schaue ich und rede“.
 
Engelbert Obernosterer, geboren 1936 in St. Lorenzen im Lesachtal, besuchte das Gymnasium in Tanzenberg, war Lehrer im Gailtal und veröffentlichte im Kitab-Verlag 14 Bücher, darunter: Die Mäher und die Grasausreißer (1902), Mythos Lesachtal (2005), Nach Tanzenberg (2007, 2.A. 2008), Ermittlungen im Gebirge (2009) und Schutzbehauptungen (2014).