Weidenbaum, Inge von: “Eine Sonderbare Hure“

Weidenbaum, Inge von: “Eine Sonderbare Hure“2016, 432 S
 
Art.Nr.:262
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Die Tagebücher einer Wienerin. Almuth A., Magistra der Germanistik, seit dem fünften Lebensjahr von ihrem Vater als frei verfügbarer Besitz sexuell missbraucht. In tragisch missratenen Therapie-Versuchen kämpft sie darum, „die Vater-Mutter-Bestie zu zähmen oder – zumindest in Gedanken – zu erschlagen“. Franz Kafka, Robert Walser, Thomas Bernhard, Peter Handke, Gustav Mahler – und vor allem Ingeborg Bachmanns Roman „Malina“ – sind die eigentlichen Therapeuten in einem Leben zwischen Karrierestreben, Absturzkrisen, Psychiaterterminen, Klinikaufenthalten und wenigen, aber intensiven Freundschaften.

„MALINA und immer wieder MALINA“. Das elementare, unabweisbare Problem des Inzests und das unkündbare Liebesbündnis mit dem Vater. Die Anklage lautet: „Es war Mord. Wenn man mir wenigstens meinen Körper gelassen hätte.“ Denn „es ist der Körper, der die Bücher schreibt.“ (Roland Barthes)

Almuth A. stirbt an einem Septembertag des Jahres 2008.

 

„Die Frau zerstört sich selbst. Sie ist damit die eigene Todesursache. Die Selbstzerstörung erfolgt im Aktiv. Die Drogen-Faszination stülpt sich über die angegriffene Frau. Requisiten der sadistischen Grammatik: Diese Grammatik macht aus den Opfern Täter gegen sich selbst.” (Marlene Streeruwitz, Gegen die tägliche Beleidigung)                    

 

Mit einer Einführung von Marlene Streeruwitz

 

Inge von Weidenbaum, geb. 1934 in Kaschau/Kosice in der Slowakei, Literaturwissenschaftlerin und Übersetzerin, Mitherausgeberin der Werkausgabe Ingeborg Bachmanns in 4 Bänden. Lehrte neuere und zeitgenössische deutsche Literatur an den italienischen Universitäten Chieti und Cassino. Lebt in Rom.