Hammer Joachim Gunter: Flöten gehen

Hammer Joachim Gunter: Flöten gehen
 
Art.Nr.:145
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J. G. Hammers Gedichte scheuen sich nicht, unsere schöne neue Welt in ihrer blendenden Oberflächlichkeit und ihren bodenlosen Abgründen auszuloten. Die Sprache dieses Lyrikers will keineswegs über den Dingen stehen, sie lässt sich im Gegenteil ganz auf das Bestehende ein, auf den organisierten Wahnsinn des Alltags und der Wissenschaften, auf wachsende Ungewissheiten, auf kollektive Ängste, Perversionen und Hysterien. Sie involviert sich, sie setzt sich aufs Spiel; kein Gegenstand ist ihr zu profan, keiner zu minder oder gar zu riskant.

Die vorliegende neue Gedichtsammlung, entstanden zwischen 2002 und 2005, beinhaltet keine ars moriendi. Kein schwermütiges, kein philosophisch hochtrabendes „Bedenken des Todes“ wird in ihr ins Werk gesetzt. Vorgeführt wird hier vielmehr, Gedicht um Gedicht und Gestalt um Gestalt, ein grotesker, farbenreicher Totentanz, eine große karnevaleske Prozession. Die Lebenden nehmen ebenso daran teil wie die Toten, und auch der Autor selbst schließt sich ihr an, in verschiedenen Maskeraden und begleitet von allen seinen Doppelgängern. Er spricht, während er hinter den Lebenden und den Toten hergeht, bisweilen mit verstellter Stimme, hält vieldeutige Nachrufe und stimmt immer wieder auch Liebeslieder an, die er gegen das Nichts stellt und in denen er das Leben und das Sterben trotz allem bejaht.

 

Christian Teissl