Obernosterer Engelbert: Misstraut den Floristen!

Obernosterer Engelbert: Misstraut den Floristen!Miniaturen II
 
Art.Nr.:142
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Es handelt sich bei den "Miniaturen" um kürzere Prosastudien zu diversen Vorgängen in der Provinz. Namen werden deswegen selten genannt, weil es sich um Modelle handelt, die, obzwar in der Provinz beobachtet, doch ähnlich überprovinzielle Geltung beanspruchen, wie Wasser und Feuer. Wie der Titel andeutet, wird es hauptsächlich um Beziehungen gehen, um existenzielle Situationen, in die besonders Frauen eingespannt sind. Es soll gezeigt werden, wie Brauchtum (auch Gedankenbrauchtum), Religion, Männerdenken, Macht- und Besitzverhältnisse den Spielraum des "schwachen Geschlechtes" bestimmen. Rings um das Hauptthema werden auch andere "Bodenproben" genommen: über das Wohnen und Gehen, das Kochen und Arbeiten, das Altern und den Tod, die Wahrnehmung und die Wahrmachung, die Banalität und den Mythos, der durch viele ländliche Tätigkeiten durchschimmert.
 
Texte zum Leben auf dem Lande sind an sich nichts Besonderes. Man kennt das Milieu samt seinen Protagonisten. Meint man.
Durch die hier vorliegenden Miniaturen wird einem dieser Dünkel genommen. Je länger man liest, desto mehr zerbröckelt das herkömmliche Bild, und bald sieht man zwischen den ländlichen Requisiten durch in jenes unbekannte Gelände, aus dem man sich gern ins warme Sprachhaus rettet, jeder Satz eine Schutzwand, die noch nachbebt unter dem, was vor ihr war.
Dem Blumigen misstraut der Autor. In den Figuren hört er die Tektonik der elementaren Kräfte wie Anziehung, Abstoßung, Trieb und Zermürbung, Kälte und Schwerkraft knirschen. Meint etwa ein Wasserträger, er agiere von sich aus, wenn er Wasser vom Brunnen zum Garten schleppt, so zeigt der Text, dass es das Gewicht der ungleich schweren Eimer ist, das die Haltung des Trägers bestimmt und ihn vom handelnden Subjekt zum behandelten Objekt degradiert.