Renoldner Andreas: Lavendel vom Col de l'Homme Mort

Renoldner Andreas: Lavendel vom Col de l'Homme MortZwölf Briefe an Petrarca
 
Art.Nr.:133-2
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 Der Schriftsteller setzt sich in Wien auf sein Fahrrad und radelt den gesamten Alpenbogen entlang.
Das Ziel: Der Mont Ventoux bei Avignon, den Petrarca irgendwann im 14.Jahrhundert bestiegen hat, weshalb er seither als erster Alpinist gilt.
Mit Petrarcatexten im Gepäck entwickeln sich zwölf Briefe an einen der Begründer der Renaissance, eine Technik, die bereits Petrarca verwendet hat. Er hat Briefe an längst verstorbene Autoren der Antike verfasst und sich oft sehr subjektiv mit starkem Anteil an Selbstdarstellung auch kritisch mit seinen großen Vorbildern beschäftigt.
Die Mischung aus Werkkritik, Biographie und die Darstellung von Parallelen im Leben von Schreibenden ist auch mehr als ein Reisebericht.
Dem Lebensbild eines Gläubigen des Spätmittelalters - alle gehen zurück zu Gott, durch den alles in die Welt gekommen ist - wird eine der aktuellen Glaubensmög-lichkeiten gegenübergestellt: Wir sind ein Zufallsprodukt der Evolution und werden zu Atomen zerfallen.
Auch in der Erzählweise verwendet der Autor eine Technik von Petrarca: Der Ich-Erzähler hat halb mit dem Autor zu tun, halb ist er wie Petrarca selber in seinen Ar-beiten eine Kunstfigur, die behauptet, ihre Thesen zur Welt selbst zu erfahren und somit selbst der Beweis für die Richtigkeit des eigenen Weltbildes zu sein.
Petrarca wird zu einem Anlass für einen Blick auf die Welt heute. Es mag sein, dass in der Gemächlichkeit des Dahinradelns auch der Blick sich verändert. Tunnelblick auf langen Geraden in der Nachmittagssonne. Fernblick von den Alpenpässen aus. Oder der Blick vom Monte Ventosus auf eine riesige, schwarze Wand aus Gewitterwolken.