Feyerabend Paul, Albert Hans: Briefwechsel Band 2 (1972-1995)

Feyerabend Paul, Albert Hans: Briefwechsel Band 2 (1972-1995)hrsg. v. Wilhelm Baum
 
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Der Briefwechsel zwischen den Philosophen Paul Feyerabend (1924-1993) – neben Wittgenstein und Karl Popper der bedeutendste österreichische Philosoph des 20. Jahrhunderts – und dem Mannheimer Sozialphilosophen Hans Albert (geb. 1921) überrascht durch seine Offenheit. Hier diskutieren der in Berkeley und Zürich lehrende, aus Wien stammende Skeptiker und „anarchistische“ Methodenpluralist und der wichtigste deutsche Vertreter der von Karl R. Popper ausgehenden Logik und Sozialphilosophie nicht nur ihre wissenschaftstheoretischen Projekte und ihr Verhältnis zu Popper. Die in charakterlicher und fachlicher Hinsicht sehr verschiedenartigen Denker äußerten sich auch sehr offen zu Themen des akademischen Lebens, der 68er Bewegung und zu Fragen des Privatlebens. Die Briefe aus den Jahren 1972 bis 1985 kommentieren die Ereignisse der Arbeiten Feyerabends, sein Auftreten auf dem Philosophentag in Kiel 1972 sein 1974 in Englisch erschienenen Hauptwerk „Against Method“ („Wider den Methodenzwang“) und seine Diskussion mit dem Philosophen Imre Lakatos (+ 1974), der eine Kritik der Thesen Feyerabends hätte verfassen sollen. Die Briefe ermöglichen einen kritischen und amüsanten Rückblick auf einen entscheidenden Paradigmenwechsel in der Wissenschaftstheorie vom „Kritischen Rationalismus popper’scher Prägung zum erkenntnistheoretischen Anarchismus Poppers, der von Hans Albert aus der Sicht des Rationalismus beleuchtet wird.

 

Paul Feyerabend wurde in Wien geboren; 1946 begann der das Studium der Philosophie, Theaterwissenschaften und Physik in Wien, ging mit einem Stipendium nach London, wo er Assistent Karl R. Poppers wurde, dessen „Kritischen Rationalismus“ er anfangs vertrat. Von 1959-1990 war er Prof. in Berkeley, später auch in Berlin und Zürich. Mit seinem Werk „Against Method“ (dt. „Wider den Methodenzwang. Skizze einer anarchistischen Erkenntnistheorie“, 1976) vertrat er einen „erkenntnistheoretischen Dadismus“ mit der Devise „Anything goes“. Fortgesetzt wurde dies im Buch „Erkenntnis für freie Menschen“ (1980) und der Autobiographie „Zeitverschwendung“ (1995). Hans Albert lernte Popper und Feyerabend in den 1950er Jahren bei den Alpbacher Hochschulwochen kennen. Er trat 1968 mit dem „Traktat über kritische Vernunft“ hervor; der Popperianer wurde durch dieses Werk und den „Traktat über rationale Praxis“(1978) zu einem Wortführer des „Kritischen Rationalismus“. Sein Briefwechsel mit Paul Feyerabend diskutiert die großen Fragen vom Positivismusstreit, über die 68er Problematik und die Diskussion über die philosophische Methodik bei Popper und seinen Kritikern.