Eisfelder Horst Peter: Exil in China

Eisfelder Horst Peter: Exil in ChinaMeine Jahre in Shanghai und Nanking, übers. A. d. Englischen von Hannelore Halper
 
Art.Nr.:38
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Eisfelder schildert zunächst seine Flucht von Berlin über Zagreb nach Triest, wo die Familie am 30.10.1938 die „Conte Verdi“ bestieg; über Ägypten und Singapur nach China fuhr  und am 24.11. Shanghai erreichte und von der „Kristallnacht“ erfuhr. Shanghai war seit dem „Opiumkrieg“ Freihafen (1842); zunächst waren die „Baghdadis“ gekommen, di9e Familien Sassoon, Kadorie und Hardoon, die es später zu großem Reichtum brachten. Neben dem von 12 Regierungen bestimmten „International Settlement“ und der „French Concession“ – wo die Ausländer wie in autonomen Gebieten lebten, war ein Teil der Stadt seit 1927 von den Japanern besetzt – darunter auch der Stadtteil Hongkew. Die Bevölkerung stieg von 250000 (1840) auf 4 Millionen (1930). Die Flüchtlinge wurden zuerst vom sogen. „Komor-Komitee“ betreut. Der Erzähler konnte ab Anfang 1939 die jüdische Schule besuchen; der Vater eröffnete kurz darauf das „Café Louis“; er stellte später auch Eis her. Hier verkehrte u.a. die Mutter des späteren österr.-amerikan. Philosophen K. R. Fischer, die von ihrem „Bübel“ schwärmte. Am 27.6.1939 kamen mehr als 1300 jüdische Flüchtlinge an. Nach dem Eintritt Italiens in den Krieg konnten Flüchtlinge ab 1940 nur noch über die transsibirische Eisenbahn nach China gelangen. Mit dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbor im Dezember 1941 wurde auch die Verbindung in die USA unterbrochen. Die Japaner besetzten nun ganz Shanghai. Nach Ende des Krieges arbeitete Eisfelder in einer Beratungsgruppe (MAG), die die USA den Nationalisten zur Verfügung stellte, erst in Shanghai, später in Nanking. Im Frühjahr 1947 verließ er Nanking; im Mai 1947 gelang ihm die Ausreise nach Australien, wo er eine neue Existenz aufbauen konnte. Zahlreiche Juden überlebten die Zeit des 2. Weltkrieges in Shanghai. Überlebende kehrten auch später immer wieder an die Stätte ihres Exils zurück.

 

Horst Eisfelder, geb. 1925 in Berlin, floh 1938 mit seinen Eltern vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten mit der „Conte Verde“ von Triest nach Shanghai, wo er von 1943 bis 1947 im Ghetto lebte und seine Familie das „Café Louis“ betrieb. Nach der Übersiedlung nach Melbourne wurde der begeisterte Fotograf 1972 angeregt, seine Lebenserinnerungen niederzuschreiben.

Horst Eisfelder: Chinese Exile. My years in Shanghai and Nanking, Victoria 2003, 2.Aufl. 2004, 3. Aufl. 2005