Baum Wilhelm: Schirin

Baum Wilhelm: SchirinChristin - Königin - Liebesmythos
 
Art.Nr.:181
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Schirin war die Geliebte und später Frau des persischen Großkönigs Chosrau II. (+ 628).
Die Christin zog hinter den Kulissen die Fäden in der Politik und unterstützte die christliche Minderheit im zoroastrischen Iran. Nach dem Sturz ihres Mannes beginn sie an seinem Grab Selbstmord und wurde in der Folgezeit zur Sagengestalt in Firdausis Epos „Schahname“. Ihre angebliche Liebe zum Baumeister Ferhad wurde um 1180 vom Dichter Nizami zum Epos „Chosrau und Schirin“ gestaltet, das in der persischen, türkischen und indischen Welt zahlreiche Nachahmungen erfuhr. Archetypische Momente wie das Belauschen beim Bade wurden in der islamischen orientalischen Welt zur Liebesgestalt schlechthin, die durch Goethes „Westöstlichen Divan“ auch in Europa bekannt wurde.
 
"Der schillernden Figur der Schirin wurden gewissermaßen drei Leben zu Teil, die der Autor nachzeichnet. Er sucht detailliert nach den historischen Spuren des Leben dieser Frau - in der von männlichen Machthabern und Religionsführern bestimmten Welt im Wettstreit zwischen oströmischem und persischem Reich, zwischen den verschiedenen christlichen Kirchen des Ostens und den indigenen Religionen Persiens. Er verfolgt die Transformation der historischen Personen Schirin und Chosrau in mythische Archetypen der Liebe in der islamischen Kunst, die in zahllosen Dichtungen und bildlichen Darstellungen verewigt ist. Baum dokumentiert die Entstehungs- und Rezeptionsgeschichte von Meisterwerken der islamischen Literatur, wie Firdausis "Schahname" und Nizamis "Chosrau und Schirin", in denen archetypische Themen von wahrer und unmöglicher Liebe, von Eifersucht und Verrat behandelt werden. Schließlich führt er die Entwicklungslinien in die jüngere westliche Kulturgeschichte zur Entdeckung und Rezeption des Schirin-Mythos durch Josef von Hammer-Purgstall und Goethe. Hier finden wir ein Paradigma für eine respektvolle Begegnung mit der fremden Kultur, von der wir heute viel zu lernen haben.
 
Dass Baums fundierte Arbeit durch neue Untersuchungen und Theorien zu historischen Streitfragen wissenschaftlich höchst relevant ist, sei hier nur nebenbei angemerkt. In der Hauptsache möchte ich dieses faszinierende Buch allen aufgeschlossenen Lesern, die am reichen Erbe außereuropäischer Kulturen interessiert sind, wärmstens empfehlen."
Christoph Prainsack, Amazon.de
 
"Das Buch stellt eine interessante Ergänzung zur in den letzten Jahren intensiv erforschten Frauentradition des frühen Christentums dar und zeigt darüber schön die Transformation einer historischen Gestalt zum literarischen Motiv." Theresia Heimerl, Bücherbord 29, 2004, 27

 

"Mit der Biografie der Königin Schirin beleuchtet der Autor die Spätantike, eine vor allem für die Entwicklung der verschiedenen christlichen Kirchen bedeutsame Epoche. Besonders eingehend beschäftigt er sich mit der Ostkirche, die im Altertum sowie im frühen und hohen Mittelalter eine blühende Institution mit einem großen Wissenschaftsapparat war, deren Verbreitungsgebiet den Einflussbereich des römischen Papstes bei weitem übertraf. Die hochinteressante Studie wendet sich wohl vor allem an ein Fachpublikum und an Leser/innen mit einschlägigen Vorkenntnissen."

Ingrid Kainzner in: Österr. Bibliothekswerk, Rezensionen online

Gorgiaspress

Der christliche Orient, 59/2004

Institut für Alte Geschichte und Altorientalistik, Leopold-Franzens-Universität Innsbruck