Jobst Vinzenz: Anton Uran. Verfolgt – vergessen – hingerichtet

Jobst Vinzenz: Anton Uran. Verfolgt – vergessen – hingerichtet
 
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Der Techelsberger Holzarbeiter Anton Uran wurde wegen seiner Weigerung, Waffendienst zu leisten, 1942 zum Tode verurteilt und in Brandenburg hingerichtet. Er war Zeuge Jehovas und widersetzte sich aus Glaubensgründen dem NS-Staat. Das Urteil des Reichskriegsgerichtes wurde in Österreich nie amtlich aufgehoben und hat die Familie nach dem 2. Weltkrieg im gesellschaftlichen Ansehen schwer gedemütigt. Damit befand sie sich in einer Reihe mit vielen weiteren österreichischen Familien, die Jahrzehnte unter den gesellschaftlichen Folgen des 2. Weltkrieges zu leiden hatten.

Im Nachkriegsösterreich wurden Deserteure, Kriegdienstverweigerer und andere Verfolgte der NS-Justiz lange als Verräter und Feiglinge ausgegrenzt. Bis gegen Ende der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts blieben diese Opfer in einem gesellschaftlichen Randbereich; das Problem wurde tabuisiert. Die Aufhebung von NS-Unrechtsurteilen erhielt durch den Fall Jägerstätter und unmittelbar darauf durch den Fall Uran (beide 1997) eine neue Erinnerungsqualität. Die erweiterte Auflage enthält Texte von Reinhard Moos zum Aufhebungsgesetz im wissenschaftlichen Kontext.

Vinzenz Jobst, geb. 1949, Prof., Geschäftsführer des Instituts für die Geschichte der Kärntner Arbeiterbewegung; Vorstand in Memorial Kärnten-Koroška, Schriftsetzer, Publikationen zur Sozial- und Regionalgeschichte Kärntens.