Vospernik Reginald: Zweimal aus der Heimat vertrieben.

Vospernik Reginald: Zweimal aus der Heimat vertrieben.Die Kärntner Slowenen zwischen 1919 und 1945. Eine Familiensaga Broschiert, Format: 24 x 16 cm ISBN: 978-3-902585-81-3
 
Art.Nr.:90
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n einigen im Buch vorgestellten Personen spiegelt sich das Schicksal der slowenischen Volksgruppe in Kärnten in besonderer Weise.

 

Janez Vospernik (1868-1948) war Landwirt und Holzhändler aus Oberjeserz bei Velden am Wörthersee. 1909 erwarb er den Gasthof zur Post in Föderlach, den er in der Zeit der Wirtschaftskrise wegen finanzieller Schwierigkeiten als Folge von Investitionen in Fremdenverkehr und Landwirtschaft wieder verlor. Er war Gründungsvorsitzender des Verbandes slowenischer Genossenschaften und Volksgruppenpolitiker. In seiner umfangreichen Korrespondenz mit Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens spiegelt sich eine bewegte Zeitgeschichte. 1919 musste er in den südslawisch besetzten Teil Kärntens flüchten und kehrte erst ein Jahr später am 14.5.1920 nach Hause zurück.

 

Sein Bruder Matija Vospernik (1873-1953) war wie Janez Landwirt in Terlach und ab 1908 durch zwei Wahlperioden Bürgermeister der Gemeinde Wernberg. Anfang Mai 1919 wurde er ohne Angabe von Gründen von der Gendarmerie verhaftet und zunächst in der Klagenfurter Jesuitenkaserne interniert. Dann folgten Internierungen bis Ende September 1919 mit elf Leidensgenossen in Oberkärnten, in Litzlhof, Trebesing und Gmünd. Der Briefwechsel mit dem Bruder zeugt von dieser bitteren Zeit. Persönliche und von seiner Gattin verfasste Gesuche um Freilassung werden von der Kärntner Landesregierung mit dem Hinweis auf internierte deutschgesinnte Kärntner in Südslawien beantwortet. Es handelte sich also offensichtlich um Geiselnahme im Einverständnis mit der österreichischen Regierung.

 

Barbara Vospernik (1901-1971), die zweitälteste Tochter von insgesamt elf Kindern von Janez – bemerkenswert ist ihre Korrespondenz mit der späteren Dichterin Milka Hartman und anderen Persönlichkeiten – wurde im April 1942 mit ihrer Schwester Maria und ihrem Sohn Reginald zusammen mit nahezu 1000 Kärntner Slowenen nach Rehnitz bei Stettin und später nach Eichstätt in Bayern deportiert. Auf ihren Besitz kommt ein Kanaltaler Optant. Nach Kriegsende konnten die Deportierten zurückkehren.

 

Reginald Vospernik, geb. 1937, von 1978 bis 2000 Direktor des Slowenischen Gymnasiums in Klagenfurt, von 1982 bis 1986 Präsident der Föderalistichen Union europäischer Volksgruppen in Flensburg.