Nekolny Carina - Fremdheit und Nähe

Nekolny Carina - Fremdheit und NäheDie erotische Mystik der süddeutschen Dominikanerinnen im Mittelalter Broschiert, ca. 130 Seiten Format 20 x 13,5 cm ISBN 978-3-902878-06-9
 
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„… ezo gan mir an min hertze
die aller süssosten stösse mit der aller creftigosten genade
und die aller süesseste berüerde dez mich dunket,
von siner ungestümen minne meht min hercze zerspalten …“
 
Offenbarungen der Margarethe Ebner
 

Die Mystik der spätmittelalterlichen Dominikanerinnen ist eine vielstimmige, oft erotische, stark körper-
und sinneslastige, ihre emotionale und libidinöse Verstrickung mit Gott in Gestalt seines Mensch
und Mann gewordenen Sohnes spielt sich auf mehr oder weniger handfest körperlicher Ebene ab.
Über den eigenen Körper als Feld der Begegnung mit dem Liebesobjekt Gott – nicht zuletzt in Klausur
und im Schweigegelübde, von einem Gutteil der für geistliche Männer üblichen Bildung abgeschnitten
– gelang es mystisch begabten Frauen eigene Ausdrucksformen zu entwickeln. War ihnen
in Predigt und Gottesdienst, Öffentlichkeit und Kirchenhierarchie eine gewichtige Stimme versagt,
als Mystikerinnen durften, ja sollten sie diese erheben. Sie fanden Gehör und Neider. Aus feministisch-
historischer Sicht lässt sich weibliches mystisches Denken und Erleben als Möglichkeit eigenständiger
Selbstwahrnehmung und -artikulation von spätmittelalterlichen frommen Frauen ebenso
wie als wichtiger Beitrag zur Entwicklung der deutschen Sprache begreifen.
 

Carina Nekolny, geb. 1963 in Linz, Studium der Geschichte, Germanistik und histor.
Anthropologie, lebt als Schriftstellerin in Wien.
Bei Kitab erschienen:
Yunnan. Unter südlichem Himmel, Fress-Schach. Ein bulgarischer Winterkrimi,
Orpheus Traum. Mythologische Erzählungen, Ausgleichende Gerechtigkeit. Ein
Wiener Erwachsenenbildungskrimi