Baum Wilhelm: Peršmanhof 1945. Protokolle eines NS-Kriegsverbrechens

Baum Wilhelm: Peršmanhof 1945. Protokolle eines NS-KriegsverbrechensMythen und Fakten zu einem dunklen Kapitel Kärntner Geschichte Gebunden Format 24 x 16 cm ISBN 978-3-902878-13-7
 
Art.Nr.:112
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Der Peršmanhof der Familie Sadovnik in Koprein bei Eisenkappel im slowenischen Süden Kärntens
wurde am 25.4.1945 zum Ort des schlimmsten Kriegsverbrechens in Kärnten. Ein in Südkärnten stationierte
SS- u. Polizeiregiment unternahm eine „Bestrafungsaktion“ gegen den Bauernhof, der dem
3. Bataillon der Kärntner Partisanen als Stützpunkt diente. Der Bauer Luka Sadovnik fürchtete seit längerer
Zeit eine Katastrophe und seinen baldigen Tod. Die slowenischen Partisanen benutzten seinen
Hof gewissermaßen als Hauptquartier für ihre Aktivitäten im Eisenkappler Raum. Die Familie konnte
sich kaum dagegen wehren und stand somit in ständiger Lebensgefahr. Das erst im Februar 1945
gebildete Polizeiregiment rückte, nachdem die Partisanen in Feistritz bei Bleiburg Vieh entwendet
und auf den Peršmanhof gebracht hatten, mit der 4. Kompanie nach Koprein. Die über zweihundert
Partisanen am Hof verließen das Gelände, ohne die Familie zu beschützen. Nach einigen Gefechten
kam eine Gruppe von 6–7 Polizisten zurück, von denen zwei elf Angehörige der Familie erschossen;
der Hof brannte ab, und die Leichen lagen noch tagelang umher. Warum leisteten die zahlenmäßig
überlegenen Partisanen mit 10 MGs ihren Gastgebern keine Hilfe? Diese Frage beschäftigt die Gemüter
bis heute. Niemand kümmerte sich um die drei überlebenden Kinder, die von Hof zu Hof geschoben
wurden; Gemeinde, Kirche und Land versagten dabei. Es kam nie zum Prozess, da die überlebenden
Kinder die Täter nicht identifizieren konnten. Ungeklärt ist, wer die Verantwortung für den
Tod der 11 Personen trug. Das Peršman-Massaker blieb ungesühnt. Der Verfasser konnte aufgrund
bisher unveröffentlichter Gerichtsakten und Interviews mit Betroffenen die Ereignisse erhellen, ohne
jedoch die Täter und den Urheber identifizieren zu können.
 
Wilhelm Baum, geb. 1948, veröffentlichte 2010 „Das Tagebuch des Thomas Olip“,
2011 „Die Freisler-Prozesse in Kärnten und 2012 „Auf Wiedersehen über den Sternen! Na svidenje
nad zvezdami. Briefe aus Widerstand und Verfolgung unter dem NS-Regime in Kärnten.“