Verdnik Alexander: „Arisierung in Kärnten“. Die Enteignung jüdischen Besitzes

Verdnik Alexander: „Arisierung in Kärnten“. Die Enteignung jüdischen Besitzes230 Seiten
 
Art.Nr.:227
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Wie alle gesellschaftlichen Phänomene speiste sich auch der nationalsozialistische Antisemitismus aus der Überzeugtheit und der Handlungsbereitschaft seiner Individuen. Verschiedenste Untersuchungen des Phänomens „Arisierung“ untermauern diesen Ansatz. Im  Buch wird am Beispiel des „Gaues Kärnten“ (dem das heutige Osttirol angehörte) gezeigt, wie staatliche Order kombiniert mit dem Einsatz von profitgierigen „Ariseurinnen“ und „Ariseuren“ eine nahezu lückenlose Beraubung der Kärntner jüdischen Bevölkerung ermöglichte. Aufgrund der geringen Anzahl von Jüdinnen und Juden vor Ort musste das „Feindbild Jude“ mit dem „des Slowenen“ kombiniert werden um den erwünschten Wirkungsgrad innerhalb der nichtjüdischen Bevölkerung zu erreichen. In Bezug auf „Arisierungen“ heißt dies, dass den Kärntnerinnen und Kärntnern eine „ökonomische Umstrukturierung“ nicht nur auf Kosten der slowenischen sondern auch der jüdischen Minderheit schmackhaft gemacht wurden. Den einen Teil der Beute strich der Fiskus anhand von Vermögensbeschlagnahmungen und abstrusesten Steuerforderungen ein. Den anderen teilten sich die „Ariseurinnen“ und „Ariseure“ (meist „Alte Kämpfer“ bzw. KonkurrentInnen der jüdischen Unternehmer) untereinander auf. 

Im Dreiergespann der Verfolgungsmaßnahmen Entrechtung – Enteignung – Ermordung, kommt der zweiten eine immense Bedeutung zu. Das Buch versucht sowohl die Mechanismen als auch die Tragweite von Enteignung bzw. Raub des jüdischen Besitzes in den Jahren 1938 bis 1945 und für den lokal begrenzten Raum Kärnten aufzuschlüsseln.  Daneben werden die gesellschaftlichen und politischen Folgen des „Arisierungsvorhabens“ für die Zeit nach 1945 dargelegt.