Baum Wilhelm: Wittgenstein im Ersten Weltkrieg

Baum Wilhelm: Wittgenstein im Ersten WeltkriegDie „Geheimen Tagebücher und die Erfahrungen an der Front, ISBN 978-3-902878-43-4, 2014, 168 Seiten
 
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Das Buch zeigt das Schicksal des Philosophen Ludwig Wittgenstein, des wohl bedeutendsten Philosophen des 20. Jahrhunderts im 1. Weltkrieg. Zu Beginn des Kriegers meldete er sich freiwillig zum Fronteinsatz, obwohl der als untauglich ausgemustert war. Er kam an die Front in Galizien und fuhr zunächst auf einem Wachschiff von Krakau auf der Weichsel. Ludwig von Ficker, der Herausgeber der Zeitschrift „Der Brenner“, dem er kurz vorher 100.000 Kronen für seine Zeitung gespendet hatte, empfahl ihm den Dichter Georg Trakl, der jedoch in Galizien umkam. Bis Kriegsende diente Wittgenstein in Galizien und in der Bukowina, wurde mehrfach ausgezeichnet und war bei seiner Gefangennahme in Oberitalien bei Kriegsende Leutnant. Drei Tagebücher – zum Teil in einer Geheimschrift verfasst – blieben erhalten; der geheime Teil wird hier als kommentierte Edition vorgelegt und auch seine soldatische Laufbahn aus Briefen und militärischen Dokumenten beleuchtet. Interessant ist, dass er über viele Umwege die Kontakte zu Bertrand Russell, seinem Lehrer in Cambridge und zu den dortigen Freunden wie John Maynard Keynes aufrechterhalten konnte. Neben den Aufzeichnungen seines Vetters Friedrich August von Hayek konnten auch Erinnerungen des Freundes Franz Parak verwertet werden, der mit ihm 1918/19 in Monte Cassino in italienischer Gefangenschaft war. Das Buch bietet einen erschütternden Einblick in das Grauen des 1. Weltkrieges aber auch in die Fähigkeiten großer Denker, die auch im Weltkrieg die Kontakte zu ihren Freunden auf der "anderen Seite“ bewahrten. Auch den Druck des "Tractatus" konnte er unter schwierigsten Umständen forcieren.

Wilhelm Baum, geb. 1948, zahlreiche Bücher, darunter: Ludwig Wittgenstein, Berlin 1985 und Ludwig Wittgenstein: Geheime Tagebücher, Wien 1991, 2. Aufl. 1992