Überall und nirgendwo. Jüdische Erinnerungen an Klagenfurt

Überall und nirgendwo. Jüdische Erinnerungen an KlagenfurtIlse Gerhardt, aktiv in der Österr.-Israelitischen Gesellschaft, sammelte Erinnerungsberichte von drei überlebender Juden bzw. deren Nachkommen aus Klagenfurt. 2016, 100 S
 
Art.Nr.:266
Lieferzeit:

 
inkl. MwSt (10%)

In den Warenkorb
 Fred Reinisch, geb. 1921, der heute in Florida lebt, besuchte die Benediktinerschule und das Klagenfurter Gymnasium, wo er schon früh mit dem Antisemitismus konfrontiert wurde. Mit der Jugendallijah kam er zu einem Kibbuz nach Palästina, wo er die Landsleute Ernst Salzberger, Kurt Perlberg, Erwin Lustig, Ernst Weinreb und Rolf Friedländer traf. 1945 marschierte er mit der englischen Armee in Klagenfurt ein. Esther (Erna) Schuldmann war die Tochter von Moritz und Berta Zeichner, die ein Geschäft in der Adlergasse hatten; 1938 wurde Max, Abwehrkämpfer und Träger des Kärntner Kreuzes, von der Gestapo nach Dachau gebracht, Berta in das Ghetto von Kielce in Polen. Ihr Bruder Otto wurde von der Schule verwiesen
und 1942 in Auschwitz ermordet. Max und der Tochter Erna gelang die Flucht nach Palästina. Die Tante Juli Spitz arbeitete im Modehaus von Felix Preis. Dem Cousin Hugo gelang die Flucht nach Schweden; wie für Esther folgte die Allijah nach Israel (1948). Mit Hilfe der Klagenfurter Jüdin Lotte Weinreb gelang dem Vater die Flucht nach Palästina. Sie konnte 1940 nach Jugoslawien und 1941 nach Palästina fliehen, wo sie an der Hebräischen Universität
studierte.
Kurt Perlberg, Jahrgang 1919, war der Sohn des Bankdirektors Karl Perlberg, der in der Radetzkystr. 16 wohnte und 1938 zunächst nach Dachau kam; es gelang ihm, 1938 nach Palästina zu fliehen. Sein Sohn Daniel wurde 1947 in Haifa geboren und besuchte 2013 Klagenfurt. Er kehrte zunächst nach Klagenfurt zurück. Daniel besuchte 1957 die Großmutter Nelly in Klagenfurt. Auch Kurt Perlberg besuchte Klagenfurt öfters, wo er alte Freunde traf.