Manuel Palaiologos: Dialog über den Islam und Erziehungsratschläge

Manuel Palaiologos: Dialog über den Islam und ErziehungsratschlägeSenoner Raimund (Übers.), mit einer Einleitung von Wilhelm Baum
 
Art.Nr.:182
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Kaiser Manuel II. Palaiologos (1391-1425) war der letzte bedeutende Herrscher des 1453 von den Türken eroberten Byzantinischen Reiches. Vergeblich suchte er auf einer Reise nach Venedig, Paris und London die europäischen Mächte für eine Unterstützung von Byzanz zu gewinnen. Als zeitweiliger Vasall des Sultans musste er diesen sogar bei Feldzügen gegen die letzten christlichen Stützpunkte in Kleinasien unterstützen.

Im Winter 1391/92 entstand sein Dialog mit einem muslimischen Gelehrten über den Islam. Von den 26 Dialogen wurden die ersten beiden, der 5. Dialog über Mohammed und der 6. über Mohammed und Moses übersetzt. Der Text bietet einen erhellenden Einblick in den geistigen Diskurs zwischen Christentum und Islam am Vorabend des großen Erfolges der Türken gegen die Christen.

Das Denken der Byzantiner in ihrer Spätphase kommt auch in den "Ratschlägen für die Erziehung des Königs" zum Ausdruck, die Manuel für seinen Sohn Johannes VIII. verfasste. Hundert Kapitel erteilen Ratschläge, die uns einen tiefen Einblick in die geistige und religiöse Welt der spätpaläologischen Epoche vermitteln, in der auch der letzte griechische Philosoph Plethon von Mistra wirkte, der sich mit Traktaten an Manuel wandte.

Drei erhaltene Briefe des römisch-deutschen Kaisers Sigismund von Luxemburg (1410-1437), der als König von Ungarn 1396 in der Schlacht bei Nikopolis eine schwere Niederlage gegen die Türken erlitten hatte, bieten einen Einblick in die Kreuzfahrermentalität, die auch mehr als hundert Jahre nach dem Ende der Kreuzzüge in Europa noch vorhanden war.

Die völlig unrealistische Vorstellung, dass der "Kaiser des Westens" und der "Kaiser des Ostens" sich wie zu Diokletians Zeiten die Welt aufteilen könnten, verdeutlicht, wieso die Kaiser mit ihrem starren Festhalten an überkommenden supranationalen Ideen in einer Zeit scheitern mussten, in der der Aufstieg der modernen Nationalstaaten begann.

Die vorliegende Textausgabe vermittelt Einsichten in die spätmittelalterliche Denkwelt, die bis heute immer noch zu wenig bekannt ist. Es handelt sich dabei um eine Denkwelt, die uns nur durch derartige Texten erschlossen werden kann.