Mayerhofer Lisa : Das Ende Kleinarmeniens im Mittelalter

Mayerhofer Lisa : Das Ende Kleinarmeniens im MittelalterDer Untergang des Königreichs Kilikien (1375)
 
Art.Nr.:210
Lieferzeit:

 
inkl. MwSt (10%)

In den Warenkorb

Das im 11. Jahrhundert entstandene kleinarmenische Reich der Hethumiden in Kilikien geriet im 13. Jahrhundert zwischen die Fronten der muslimischen Reiche (Mamelucken in Ägypten und türkische Emirate in Kleinasien). Nach dem Ende der Kreuzfahrerstaaten in Palästina war es der letzte christliche Staat im Osten Kleinasiens. Vergeblich versuchte Leon IV. (1320-1341) das Abendland für einen Kreuzzug zur Unterstützung gegen die muslimischen Mächte zu gewinnen, die sein Königreich von allen Seiten bedrohten. Seit Beginn des Hundertjährigen Krieges 1336 zwischen England und Frankreich hatte aber Europa zunehmend das Interesse an dem christlichen Vorposten im Nahen Osten verloren. Parallel dazu verschärften sich die Spannungen zwischen Papsttum und armenischer Kirche. Die Frage, welche Politik nun angesichts der übermächtigen Bedrohung durch die muslimischen Nachbarn und der feindseligen Haltung der Kurie verfolgt werden sollte, führte zu scharfen Auseinandersetzungen innerhalb des kleinarmenischen Adels, die in der Ermordung des Königs Konstantin II. / Guy von Lusignan 1342 ihren Höhepunkt fanden. Seine Nachfolger Konstantin III. und Konstantin IV. mussten weitere Verluste an Gebieten hinnehmen. 1375 eroberten die Mamelucken schließlich die Hauptstadt Sis. Der letzte König, Leon V. aus dem Hause Lusignan, verlor die Herrschaft und wurde als Gefangener nach Kairo gebracht. Auch in der Spätzeit des Reiches gab es allerdings noch Künstler wie Sargis Picak, auf den das Evangeliar der Königin Mariun (1346) zurückgeht. Die Arbeit beleuchtet anhand abendländischer, griechischer und arabischer Quellen ein bisher wenig beachtetes Kapitel der mittelalterlichen armenischen Geschichte. Kritisch ausgewertet wurde unter anderem die „Chronique d’Arménie“ des Jean Dardel, die dieser für den letzten kleinarmenischen König verfasste. Die Autorin kommt hierbei zu teilweise neuen Ergebnissen und leistet so einen wichtigen Diskussionsbeitrag nicht nur zu den innenpolitischen Konflikten in der Spätzeit des Königreiches Kleinarmenien, sondern auch zu seiner Rolle innerhalb des politischen und kulturellen Umfeldes im Nahen Osten des 14. Jahrhunderts. Ein eigenes Kapitel zur Münzprägung in der letzten Phase des Reiches analysiert den politischen und wirtschaftlichen Niedergang des letzten Kreuzfahrerstaates; dies ist ein wichtiger Beitrag zu einer in der modernen Geschichtsschreibung vernachlässigten Ära.