Moje suhote (Meine überdachten Unterstände, meine Zufluchtsorte) ist zum 95-Jahrjubiläum des greisen und bereits mehrmals für den Nobelpreis vorgeschlagenen Triestiner Autors erschienen. In 66 eindrucksvollen, stilistisch und inhaltlich vollendeten Streiflichtern erhellt Pahor seinen nahezu immer schwierigen, auf vielen krummen Zeilen geschriebenen Lebensweg. Die Reise beginnt im altösterreichischen Triest, als der aufwachsende Junge 1920 mit sieben Jahren die Brandschatzung des slowenischen Kulturhauses durch die erstarkenden italienischen Faschisten erlebt, geht durch die Hölle italienischer Militärdienste, etwa in Libyen, durch mehrere Nazi-Konzentrationslager in Deutschland und macht an vielen Stationen in seiner Heimatstadt am Meer Halt: Immer wachsam, immer glühender Demokrat und im Kampf gegen die irrigen Ideologien des 20. Jahrhunderts und für die Gleichberechtigung des slowenischen Elements im Nachkriegsitalien geht Boris Pahor seinen aufrechten Weg, freundschaftlich begleitet von vielen Größen der slowenischen Kulturgeschichte.