Die Vita des Mor Gabriel von Beth Qustan

Die Vita des Mor Gabriel von Beth QustanLegende und Wirklichkeit, übersetzt aus dem Syrischen v. Zeki Joseph
 
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Es handelt sich um die Vita des Gabriel v. Beth Qustan, Abt v. Qartmin (heute Mor Gabriel) im Turabdin u. Bischof v. Dara (593-667). - Gabriel wurde geboren in Beth Qustan (Bequsyone) im Turabdin. Die Eltern wollten ihn in jungen Jahren verheiraten; deshalb trat er in das zur westsyrischen („jakobitischen“) Kirche gehörende Kloster in Hah im Turabdin ein, später in das Kloster von Qartmin. Zur Zeit der arabischen Eroberung des Turabdin (639/40) leitete er vom Kloster Qartmin aus auch die Diözese Dara (633/4-667). Mit den arabischen Eroberern konnte er einen Vertrag aushandeln, in dem den Christen alle Rechte verbrieft wurden, insbesondere die Jurisdiktion über den Turabdin. Seine Vita wurde anscheinend erst anlässlich der Pest im Jahre 774 niedergeschrieben, als der Leichnam des Heiligen exhumiert wurde, um die Pest zu bannen. Ihm wurden auch zahlreiche Wunder zugeschrieben.

Mit der Vita der Klostergründer Samuel und Simeon wurde die Vita Gabriels zur Qartmin-Trilogie zusammengefasst. Das noch heute bestehende Kloster von Qartmin bei Midyat im Turabdin in der heutigen Osttürkei wurde nach ihm Mor Gabriel genannt. Neben der Vita ist die sogen. Chronik v. 819 von Qartmin die wichtigste Quelle. Er ist einer der meist verehrtesten Heiligen im Turabdin, der auch von Muslimen und Jeziden geachtet wird.

Zeki Joseph wurde 1983 in Beth Qustan (türk. Alagöz), einem Dorf im Tur Abdin im Südosten der Türkei geboren. In Deutschland aufgewachsen,  besuchte er das Gymnasium in Heilbronn und die Universität Mannheim,  wo er 2009 das Studium der Softwaretechnologie erfolgreich abschloss. Er gehört der Minderheit der syrisch-sprachigen Aramäer an, für deren Geschichte er sich  besonders interessiert.